Aneta GrAneta Grzeszykowska, Untitled Film Stills #10, 2006, Courtesy of Raster gallery, Warsaw

 

Ohne die Kunst anderer ist die eigene Kunst nicht denkbar, denn Kunst entwickelt sich immer in bewusster oder unbewusster Bezugnahme auf bereits existierende Werke. Doch was geschieht, 

wenn aus einer Bezugnahme eine Aneignung wird? Wenn sich Künstler/innen Werke durch Übermalung oder Auslöschung einverleiben oder auf symbolischer Ebene durch Reinszenierung, Fortschreibung oder mediale Übersetzung Hand an das Werk anderer legen? Eine umfassende Gruppenausstellung widmet sich dieser Kunst der Aneignung.

 

Die Ausstellung fokussiert auf jene Werke, denen die symbolische oder physische Aneignung eines anderen Kunstwerkes zugrunde liegt. Dies mag vordergründig anachronistisch erscheinen, leben wir doch in einer Zeit des medialen Bildersturms, der jegliches visuelle Material auf dieselbe Bedeutungsebene nivelliert. Aber gerade angesichts der schier grenzenlosen Möglichkeiten wirft die Aneignung von Kunstwerken und damit eines vergleichsweise kleinen und noch dazu sehr aufgeladenen Segments der Bildproduktion spannende Fragen auf, die sich hinsichtlich der Integration von kunstfremdem Material nicht stellen. Gleich einem Brennglas ermöglicht sie eine verdichtete Betrachtung der diversen Aspekte der Aneignung und liefert so beredte wie aufschlussreiche Kommentare zum Kunstfeld und seinen Bezugssystemen. In einer Zusammenstellung von historischen Werken der Appropriation Art, aktuellen Positionen und teilweise noch nicht unter diesem Aspekt gesehenen Arbeiten wird die Kunst der Aneignung in ihrer einzigartigen Vielschichtigkeit beleuchtet. Auf eine interpretierende Kategorisierung der Aneignungsstrategien etwa als Hommagen oder Persiflagen wird bewusst verzichtet, da dies den potenziellen Assoziationsraum jeder einzelnen Arbeit beschränken würde. Stattdessen rückt das jeder spezifischen Aneignung zugrunde liegende Moment der Entscheidung für ein Werk und damit das Affiziertsein von diesem Werk in den Vordergrund.


Jonathan MonkJonathan Monk, A Copy Of Deflated Sculpture No. 1, 2009/2014. Photo: Adam Reich, Courtesy the artist and Casey Kaplan, New York

 

In der Ausstellung werden Werke von Enrico Baj, John Baldessari, Anca Benera und Arnold Estefan, Pierre Bismuth, Jake & Dinos Chapman, Mel Chin & GALA Committee, Gintaras Didžiapetris, Braco Dimitrijević, Marcel Duchamp, Simon Dybbroe Møller, Luigi Ghirri, Rodney Graham, G.R.A.M., Aneta Grzeszykowska, Herbert Hinteregger, William E. Jones, Asger Jorn, Martin Kippenberger, Matthias Klos & Christian Wallner, Bertrand Lavier, Louise Lawler, Sherrie Levine, Kazimir Malevitch, Man Ray, Jonathan Monk, Klaus Mosettig, Ciprian Mureşan, Richard Pettibone, Lisl Ponger, Nada Prlja, Arnulf Rainer, Thomas Ruff, Misha Stroj, Sturtevant, Rosemarie Trockel, Gavin Turk und Martin Wöhrl zu sehen sein.

Kuratorin: Verena Gamper

 

Johann LurfJohann Lurf, Twelve Tales Told, 2014 (Still) Verleih: sixpackfilm 

Remastered: Film

In der Zentralen Halle der Kunsthalle Krems wird das Themenfeld künstlerischer Aneignung im Hinblick auf das Medium und Referenzsystem Film unter Berücksichtigung vorwiegend rezenter Arbeiten beispielhaft erweitert: Fragen zu Originalität und Autorschaft, Historizität oder auch Kanonisierung werden auf diese Weise noch einmal anders gestellt. Dabei geht es nicht nur um den Spielfilm als prominente Bezugsquelle, sondern auch um andere Bereiche wie etwa den Animations- oder den Experimentalfilm.

Präsentiert werden Werke von Anna Artaker & Lilla Khoór, Antje Ehmann & Harun Farocki, Johann Lurf, Lydia Nsiah, Mathias Poledna, Constanze Ruhm, Allan Sekula & Noël Burch, Nadim Vardag, Ming Wong und Florian Zeyfang.

Gastkuratorin: Naoko Kaltschmidt

 

Videotour

Weitere Ausstellungen

Mein Besuch

0 Einträge Eintrag

Voraussichtliche Besuchszeit

Liste senden