Ausstellungsansicht 'RENÉ WIRTHS. AUS DER WELT', Factory der Kunsthalle Krems, 2014   - Foto: Christian Redtenbacher
Ausstellungsansicht 'RENÉ WIRTHS. AUS DER WELT', Factory der Kunsthalle Krems, 2014   - Foto: Christian Redtenbacher
Aus der Welt

René Wirths

13/07 - 09/11/2014

Seit den späten 1990er-Jahren erhebt der Berliner Künstler René Wirths (* 1967) jeweils ein mit größtem Bedacht ausgewähltes Objekt für die Zeit der Entstehung eines Bildes zum Gegenstand seiner absoluten Aufmerksamkeit.

Dabei erstreckt sich die Wahl seiner Motive von Organischem – ein Schmetterling – über Anorganisches – ein einfaches zerknittertes Papierschiffchen, ein gebrauchter Turnschuh – bis hin zum metallisch glänzenden Sehnsuchtsobjekt eines Motorrades. Doch so präsent jedes dieser Objekte, frontal oder im strengen Profil im Keilrahmen aufgespannt, überlebensgroß dimensioniert und isoliert vor weißem Hintergrund, erscheinen mag, so sehr ist es Mittel zum Zweck bzw. Vehikel einer konsequenten Analyse, die im Ausbalancieren malerischer Potenziale ikonische Gemälde generiert.

Wirths präzise künstlerische Praxis ereignet sich als ein kontinuierlicher Abstraktionsprozess im Transfer von erschauter körperhafter Realität mittels Pinsel und Farbe in die zweidimensionale Faktizität der Leinwand. In Anlehnung an Maurice Merleau-Pontys Essay „Das Auge und der Geist“ (1984) könnte man sagen, dass der Künstler der Welt seinen Körper leiht, um die Welt in Malerei zu verwandeln. In diesem Sinne oder auch im Geiste René Magrittes mäandern Wirths’ Werke zwischen einem Trompe l’OEilhaften Illusionismus und der bewussten Betonung malerischer Oberflächenbeschaffenheit am Scheideweg zwischen Sein und Erscheinung, Objekthaftigkeit und der Subjektivität der Wahrnehmung.

Kuratorin: Alexandra Hennig