Papiere - Teresa Margolles, Galerie Kilchmann, Zürich
In der Luft - Teresa Margolles, Foto: Axel Schneider

Teresa Margolles

05. Oktober 2008 bis 15. Februar 2009

Die Mexikanerin Teresa Margolles (Jahrgang 1963) beschäftigt sich in ihrer Kunst mit dem Tod – besser gesagt mit Toten. In den Leichenschauhäusern von Mexico City begegnet die Künstlerin, die ein Diplom in Gerichtsmedizin hat, den Körpern von meist jungen Menschen, die Opfer von Gewaltverbrechen, Drogen oder auch Verkehrsunfällen wurden.

Margolles interessiert das 'Leben der Leichen', das Schicksal der toten Körper, welche Verbindungen zwischen dem Leben vor und nach dem Tod bestehen. Die verstörende Gewalt ihrer Werke liegt in der Hinwendung zu dem, was der Körper übriglässt. Sie stehen an der Grenze des Darstellbaren und an der Grenze zur Kunst. Sie überführt vergangenes Leben durch künstlerische Intervention in die Wahrnehmbarkeit und entreißt so die Toten dem anonymen Verschwinden. In der Installation '127 cuerpos' etwa zeigte sie einen 35 Meter langen Faden, bestehend aus 127 miteinander verknoteten Einzelstücken. Die Fäden sind die Reststücke, die nach dem Vernähen von obduzierten Ermordeten übrig blieben – Fäden, die den gesamten Leichnam durchwandert haben und die Flüssigkeiten und Spuren des jeweiligen Körpers in sich aufgenommen haben. Margolles Arbeiten sind traurig, sie stimmen nachdenklich und bestechen gleichzeitig durch ihre Schönheit.

In den Monaten September bis November 2008 ist Margolles Stipendiatin von AIR artist-in-residence Krems. Die Ausstellung in der Factory entwickelt sie vor Ort.