02. Mai 2010 bis 04. Juli 2010
Das Schaffen von Thomas Palme ist zutreffend als „Entgrenztes Experiment“ bezeichnet worden. Es reicht von Zeichnungen über Videos, Plastiken, Fotos bis zu Performances. Im Stil ist es akademisch geschult und gleichzeitig wild und ungezähmt, thematisch ebenso verrückt wie hintergründig verschlüsselt. Viele Arbeiten wirken durch ihre sexuelle Aufladung provokativ, andere bestechen durch ihren lyrisch-schönen, wieder andere durch ihren surreal-absurden Charakter.
Thomas Palme wuchs im ländlichen Allgäu auf. Die Reliquienschreine mit Kruzifixen und Totenköpfen in Schaukästen vieler Barockkirchen tauchen später immer wieder in seinen Arbeiten auf. Seine Arbeitsweise zeichnet sich durch technisch höchst differenzierte, filigrane Linien, aber auch den ganzen Bildraum einnehmende Einschwärzungen aus. Organisch fließende Formen wechseln mit scharfen Linien. Ebenso komplex wie die technische Ausführung erscheinen die Inhalte. Das Spektrum erstreckt sich von Tierdarstellungen und Porträts über porno-graphisch anmutende Arbeiten bis zu chaotisch gekritzelter Abstraktion. Der Künstler reflektiert in seiner umfassenden Bestandsaufnahme der Welt neue Wahrnehmungs- und Denkweisen. Zeitliche, regionale, moralische oder thematische Begrenzungen gibt es für seine dargestellten Figuren nicht. Immer umweht sie eine Atmosphäre von Einsamkeit, Wahnsinn, Tod, Entstehen und Vergehen. Neben der Ausstellung in der Factory wird Thomas Palme mit Künstlerfreund/innen eine Musik-Film-Literatur-Performance in der Minoritenkirche in Krems-Stein realisieren.