Ausstellungspartner: Factory Forum Frohner


Architektur

Architektur

Bereits 1852 wurde die Tabakfabrik Krems errichtet. Nachdem sie aber ihre Funktion verloren, andererseits ihre Qualitäten als Ausstellungsbau mit temporären Ausstellungen bereits unter Beweis gestellt hatte, wurde 1992 ein internationaler Architekturwettbewerb für die Umnützung durchgeführt. Das siegreiche und kompromisslos realisierte Projekt des Architekten Adolf Krischanitz thematisiert das dialoge Gegenüber von alter Bausubstanz - der ehemaligen Tabakfabrik - und einem neugeschaffenen Baukörper - der Ausstellungshalle mit dem Vortragssaal. Dieser im Norden an den hakenförmigen Bestand angesetzte Baukörper bildet gemeinsam mit der ostseitigen Erschließungsrampe einen Innenhof, der im Zuge des Projektes mit einem Glasdach überspannt und als zusätzlicher Ausstellungsraum nutzbar gemacht wurde. Alte und neue Baukörper zusammen ergeben eine Reihe von unterschiedlich strukturierten und konditionierten Bereichen, wie die Ausstellungsräume an sich, den Vortragssaal, das Restaurant und Foyer, die Büros, Lagerräume und technische Räume. In den historischen Bereich konnten die tragenden Holzsäulen und damit der frühindustrielle Charakter des Altbaus erhalten bleiben. Alle Beifügungen an den Bestand sind in ihrer Materialwahl (Sichtbeton) als solche zu erkennen, die erlebnisorientierte Wegführung bindet Alt und Neu jedoch zu einem homogenen selbstverständlichen Gebilde.

Gerhard Lindner
(Aus: Denkmalpflege in Niederösterreich, Bd.19, 1997)